Testament

Mit der gesetzlichen Erbfolge ist der Nachlass des Verstorbenen geregelt. Beim Verwandtschaftsgrad gilt, dass zunächst die nächsten Verwandten (Kinder, Enkel und Urenkel) erben. Die Erbquote des Ehegatten – Voraussetzung ist, dass die Ehe zum Zeitpunkt des Todes bestand – richtet sich danach, welcher Ordnung die Erben angehören, die neben dem Ehegatten bedacht werden. Gesetzlich gilt:

 

Neben Erben der ersten Ordnung (Kinder, Enkel und Urenkel) erbt der Ehegatte ein Viertel des Nachlasses und neben Erben der zweiten Ordnung (Eltern und Geschwister, Neffen und Nichten) erbt der Ehegatte die Hälfte. Der Erblasser kann durch die Erstellung eines Testaments selbstverständlich Einfluss nehmen und grundsätzlich völlig frei bestimmen, wer was und unter welchen Bedingungen erbt (bis auf den gesetzlich festgelegten Pflichtteil für Erben erster Ordnung). Der Letzte Wille muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ehepaare können ein gemeinschaftliches Testament errichten. In diesem Fall müssen beide mit Angabe von Vor- und Zunamen, Ort und Datum unterschreiben.

In jedem Fall ist es ratsam, einen im Erbrecht erfahrenen Anwalt beziehungsweise Notar zu konsultieren.

Hinweise für ein gültiges Testament:

  • Ein Testament muss handschriftlich niedergelegt werden. Die Unterschrift muss mit Vor- und Zunamen geleistet werden.
  • Das Gemeinschaftstestament eines Ehepaares muss von einem Ehepartner handschriftlich aufgesetzt und von beiden jeweils mit Vor- und Zunamen unterschrieben werden.
  • In einem Testament kann frei verfügt werden, wer was unter welchen Umständen bekommen soll. Die Erben müssen klar erkennbar sein. Ehegatten und Lebenspartner können sich in einem gemeinschaftlichen Testament gegenseitig zum Alleinerben einsetzen.
  • Es ist empfehlenswert, ein Testament in amtliche Verwahrung zu geben. Wer kein notarielles Testament hinterlegt hat, sollte eine Person seines Vertrauens darüber informieren, dass ein Testament vorhanden und wo es zu finden ist.
  • Ein Testament kann jederzeit geändert oder widerrufen werden.
  • Wer unter Betreuung steht, kann sein Testament nicht mehr ändern.
  • Ein Testament ist ungültig, wenn die Unterschrift fehlt oder das Schriftstück mit Schreibmaschine beziehungsweise mit dem Computer verfasst wurde. Darüber hinaus sollten immer Ort und Zeitpunkt im Testament aufgeführt sein.
  • Jedes aufgefundene Testament muss ungeöffnet dem Amtsgericht (Nachlassgericht) ausgehändigt werden.

Am 1. Januar 2010 trat eine Erbrechtsreform in Kraft. Diese sieht in der Erbfolge insbesondere eine stärkere Berücksichtigung von Erben vor, die den Verstorbenen gepflegt haben und nun für ihre Pflegeleistungen innerhalb der Familie mit einem Anteil am Erbe vergütet werden sollen. In unserer Geschäftsstelle halten wir für Sie zu diesem Thema ausführliche Informationen und Vordrucke bereit.