Bestattungsarten

Die Friedhöfe in Deutschland unterliegen kirchlicher oder kommunaler Verwaltung. Sie stellen für die Beisetzung von Särgen und Urnen verschiedene Grabarten zur Verfügung. Die Ruhezeiten (Nutzungsrecht) und die Gebühren für die Grabstätten sind regional unterschiedlich und in den jeweiligen Friedhofs- und Gebührenordnungen festgelegt.

Die Erdbestattung – die klassische Bestattungsart

Bei der Erdbestattung erfolgt die Beisetzung in einem Sarg aus Holz. Bestattungen werden je nach Friedhof und Friedhofssatzung als Wahl- oder Reihengräber angeboten. Die Ruhezeit bei Einzel- oder Doppelgräbern beträgt mindestens 15 Jahre, in unserer Region oft 20 bis 35 Jahre. Die Grabstelle wird in der Regel dort erworben, wo die verstorbene Person ihren letzten Wohnsitz hatte.

Die Feuerbestattung

Die Feuerbestattung ist in vielen Kulturen bekannt. Urnengräber kennt man in Mitteleuropa seit der Bronzezeit. Die Trauerfeier findet bei dieser Bestattungsform etwa zwei Wochen nach Eintritt des Todes statt. Neben den bekannten Beisetzungsmöglichkeiten in einem Grab bzw. einem Kolumbarium (Urnenwand) gibt es neben vielen anderen auch nachfolgende Alternativen:

Die Seebestattung

Diese Art der Bestattung setzt eine Einäscherung voraus. Angehörige können bei der Beisetzung auf See teilnehmen. Bei der Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer wasserlöslichen Urne aus Zellulose, Sand oder Salzstein der See übergeben.

Die Übergabe erfolgt in gesondert ausgewiesenen Gebieten der Nord- oder Ostsee, aber auf Wunsch auch auf allen Weltmeeren. Die Angehörigen erhalten eine Seekarte mit den nautischen Daten des Beisetzungsortes.

Die Baumbestattung

Die Baumbestattung ist eine relativ neue Bestattungsart. Sie bietet naturverbundenen Menschen eine bislang nicht da gewesene Alternative. Die Asche wird im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Das kann ein eigens dafür neu gepflanzter Baum sein oder auch ein bereits bestehender.

FriedWald und Ruheforst sind Unternehmen, die sich auf die Baumbestattung spezialisiert haben. Mittlerweile bieten auch viele Friedhöfe Baumbestat­tungen an.

Die Diamantbestattung

Bei der sogenannten Diamantbestattung werden die Entstehungsbedingungen für Edelsteine so nachgestellt, dass aus dem in der Asche des Verstorbenen enthaltenen Kohlenstoff ein einzigartiger Diamant entsteht, der auch als Schmuck getragen werden kann. Diese Bestattungsform bietet damit eine besondere Art der Trauerbewältigung. Die für die Schaffung des Diamanten nicht benötigte Asche kann wie bei der Feuerbestattung beigesetzt werden

 

Anonyme Beisetzung

Eine anonyme Bestattung kann eine Feuer- oder Erdbestattung sein. Die Beisetzung findet dann auf einem Gemeinschaftsgrabfeld ohne Angehörige statt. Das Gradfeld ist bekannt und wird vom Friedhofsträger gepflegt. In Halle hat der Gertraudenfriedhof mit den „naturnahen Bestattungen“ eine solche Möglichkeit geschaffen. Als spezielle Leistung bieten wir kostengünstig eine anonyme Urnenbeisetzung an. In diesem Fall überlassen Sie uns die Auswahl des Friedhofs. Eine spätere Bekanntgabe des Beisetzungsortes oder eine Umbettung ist nicht möglich.

Die Urne mit nach Hause nehmen

Nach gültigem Bestattungsrecht ist es in Sachsen-Anhalt nicht erlaubt, eine Urne zu Hause aufzubewahren oder dort zu bestatten. Der sogenannte Friedhofszwang verlangt eine Bestattung auf einem ausgewiesenen Friedhof. Im benachbarten Ausland (z. B. in den Niederlanden) gibt es diese Regelung so nicht. Hier dürfen Angehörige frei entscheiden, an welchem Ort die Asche ihrer Verstorbenen aufbewahrt werden soll.

Haben Sie Fragen zu diesen und anderen Möglichkeiten? Wir stehen Ihnen gerne Rede und Antwort.

Grabarten (in Halle)

Die meisten Friedhöfe verfügen über eine große Auswahl an verschiede­nen Sarg- und Urnengräbern. Zu unterscheiden sind Wahl-, Reihen- und Gemeinschaftsgräber. Zu beachten ist, dass jede Gemeinde für ihre Friedhöfe eine eigene Friedhofssatzung hat und damit nicht überall alle Möglichkeiten gegeben sind.

Das Wahlgrab

Das traditionelle Grab für Särge und Urnen kann von den Hinterbliebenen individuell gestaltet werden. Das betrifft sowohl Gedenksteine und Kreuze als auch die gärtnerische Pflege. Auf Wunsch kann auch Platz für mehrere Verstorbene eingeplant werden. Das individu­elle Grab wird damit unter Umständen zu einem Ruhe­platz für ganze Familien, das über Generationen hinweg weitergeführt werden kann. Der Zeitraum, für den ein Nutzungsrecht für ein solches Grab erworben wird, liegt zwischen 25 und 30 Jahren und kann immer wieder verlängert werden.

Das Reihengrab

In einem Reihengrab kann im Allgemeinen nur ein Verstorbener beigesetzt werden. Wie der Name schon aussagt, erfolgt die Vergabe der Reihe nach und es kann keine Grabstelle ausgesucht werden. Das Reihengrab ist gegenüber einem Wahlgrab in der Regel preisgünstiger. Nach Ablauf der Ruhefrist steht die Grabstelle dem Friedhof für eine Neubelegung zur Verfügung. Eine Verlängerung des Nutzungsrechtes an einem Reihengrab ist nicht möglich.

Das Rasengrab

Die Beisetzung der Urne erfolgt auf einer vom Friedhof gepflegten Rasenfläche. Anders als bei der Urnengemeinschaftsanlage kann der Beisetzungsort durch eine Grabplatte gekennzeichnet werden. Das Nutzungsrecht entspricht dem eines Wahlgrabes und ist somit verlängerbar.

„Grüne Wiese“ – die Urnengemeinschaftsanlage

Die Urnengemeinschaftsanlage ist eine vom Friedhof gepflegte Rasenfläche, auf der die Urnen der Reihe nach beigesetzt werden. Eine Kennzeichnung der Beisetzungsstelle ist nicht möglich. Blumen und anderer Grabschmuck können nur an einer zentralen Stelle niedergelegt werden. Eine Verlängerung des Nutzungsrechtes oder eine Umbettung der Urne ist nicht möglich.